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Kalt und nass war es - aber schön war es auch
Nachbarschaft feiert und informiert auf Straßen und in Höfen
Anwohner, Geschäftsleute sowie viele Aussteller aus dem Umland hatten zum „schönsten und ursprünglichsten Straßenfest Saarbrückens“, dem Nachbarschaftsfest im Quartier Mainzer Straße eingeladenen und viele Besucher, Politiker und die Verwaltungsspitze der Landeshauptstadt folgten der Einladung.
Mainzer Straße St. Johann. Die 9. Ausgabe des charmanten Festes fand im Quartier der Mainzer Straße zwischen Bleich- und Heinrich-Böcking- sowie der Hellwigstraße statt. „Wir hatten erstmals die Paul-Marien-Straße überschritten und uns bis zur Arndtstraße ausgedehnt“, informierten die beiden Sprecher der Interessengemeinschaft (IG) Quartier Mainzer Straße Andrea Dumont und Gerd Leidinger. Dabei nahmen die Macher ihr diesjähriges Motto "Tolerante Vielfalt - Das Quartier der Mainzer, eine bunte Mischung" ernst und organisierten mit Hilfe vieler Anlieger, Aussteller und Händler ein kunterbuntes Programm.
Anziehungspunkte für die Besucher waren der barocke Bereich der Mainzer Straße von der Bleichstraße bis zu den Jugendstilhäuser an der Paul-Marien-Straße, sowie viele Höfe und Geschäfte im Bereich der mittleren Mainzer Straße. Überall waren Anwohner, Geschäfte und Gastronomen mit ihren Angeboten auf die Straße gegangen oder in die Innenhöfe umgezogen. Lücken zwischen den Anliegerpräsentationen wurden von der IG geschickt mit Programm und den Märkten geschlossen. Erstmals gab es beim ehemaligen Bauhaus ein großes Kinderfest mit Flohmarkt und eigenem Programm. Und - ganz wichtig: alles war handgestrickt und kam - abgesehen von den Märkten - aus dem eigenen Quartier.
Das neunte Nachbarschaftsfest wurde wie in den Vorjahren von der IG zusammen mit der Landeshauptstadt Saarbrücken veranstaltet. Die Schirmherrin Oberbürgermeisterin Charlotte Britz eröffnete das Fest beim Frühschoppen mit Weißwurst und Leberkäs, zu dem sich Bewohner, Politiker, Medienleute und fast die komplette Führung der Verwaltung eingefunden hatten. Die Runde sprach über Vergangenes aber auch über aktuelle Schwierigkeiten und die künftige Entwicklung. Wie so oft kam die Verkehrssituation auf die Tagesordnung und Rena Wandel-Hoefer sicherte zu, am derzeitigen System der Mainzer- und der Bismarckstraße werde nichts verändert. In der Planung befinde sich jedoch die Veränderung der Verkehrsführung an der Obertorstraße, wodurch die Mainzer Straße sich wieder besser an den St. Johanner Markt anbinden lässt. Auch die Verkehrs- und Parksituation beim Hotel Kaiserhof könne optimiert werden - die anwesenden Bürger hörten das gerne.
Auch problematische Dinge wurden nicht ausgeklammert, denn Anwohner beschwerten sich bei der IG häufig über die unterschiedlichen Zuständigkeiten in der Landeshauptstadt und die mangelhafte Kommunikation zwischen einzelnen Ämtern und Abteilungen, berichtete Organisationsleiter Wolfgang Graul und schlug ein gemeinsames Gespräch vor. Als Anregung kam der Vorschlag zur Schaffung einer einzigen Anlaufstelle für Vereine und Gruppen, die eigene Veranstaltungen planen oder organisieren, vieles ließe sich so für die Organisatoren - die häufig die Abläufe nicht kennen - vereinfachen.
Kunst und Kultur, kulinarische Angebote, Märkte und Infostände
Überall hatten Märkte ihre Tore geöffnet. Privatpersonen, Vereine und Gruppen boten ihr Sortiment auf dem Bücher- und Schallplattenmarkt in der Karlstraße an. Künstler, professionelle Kunsthandwerker und Amateure mit einem anspruchsvollem Angebot hatten einen eigenen Markt im Bereich Filmhaus-Hof und für die Liebhaber von Antikem und Trödel gab es einen weiteren Markt zwischen Karl- und Paul-Marien-Straße – hier konnte die Besucher auch selbst gemachten Brotaufstrich, Weine aus dem Piemonte und vieles andere mehr erwerben. Die Kinder hatten ihr eigenes Fest auf dem Hof neben dem ehemaligen Bauhaus, hier präsentierte sich unter anderem auch die Feuerwehr Saarbrücken. Ganz clever war schlau.com, die hatten nicht nur die Kinder, sondern auch gleich alle Eltern und Großeltern eingeladen.
Wer genügend gesehen, gehört oder gekauft hatte, der konnte sich von den unterschiedlichsten kulturellen Angeboten auf den Bühnen, in Galerien und Ateliers ablenken lassen, in den Gastrobereichen oder schönen kleinen Innenhöfen entspannen. Und während die ZKE über Sauberkeit in der Stadt und das Staatstheater über sein neues Programm informierten, zeigte Gisela Bornemann bei ihren Stadtrundgängen, wie viel Geschichte und architektonische Kleinode in diesem Quartier stecken. Highlight und Abschluss für die Interessengemeinschaft war die Showgruppe der 2. Chance-Saarland "2CS-Young", sie präsentierten ihr Projekt, sowie Gesang, Rap und Tanz. Speisen und Getränke waren „hausgemacht“, für das leibliche Wohl sorgten ausschließlich Anlieger sowie die Gastronomen und Geschäftsleute aus der Mainzer Straße.
Die IG-Sprecher Andrea Dumont und Gerd Leidinger, die Mitglieder des Veranstalterteams und der Organisator Wolfgang Graul von der Agentur amper sind rundum zufrieden: „Trotz teilweise unangenehmen Wetters war es wieder ein schönes, komplikationsloses und gelungenes Fest. Wir machen jetzt erst einmal Manöverkritik, damit wir nächstes Jahr noch besser werden und freuen uns schon heute auf die Besucher des begehbaren Adventskalenders, der startet am 1. Dezember“. Auch der Termin für das nächste Fest steht bereits: am 1. Mai 2010 werden wieder in den Höfen der Frühling und die Nachbarschaft gefeiert.
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